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September 2006: Iron Maiden -
A Matter Of Life And Death

Das Jahr 2006 hatte einen metallischen August - zumindest was Albumreleases anging. So stand auch bald fest, dass sich der Tipp des Monats September mit einem Heavy Metal-Album befassen würde. In der letztendlichen Endauswahl standen zwei Heavy-Legenden mit ihren neuesten Veröffentlichungen - zum Einen Slayer mit ihrem Meisterwerk "Christ Illusion" und zum Anderen Iron Maiden mit "A Matter Of Life And Death", für die ich mich letztendlich entschied.


Ich mag mich weit aus dem Fenster lehnen, doch eingefleischte Fans werden mir sicher zustimmen, wenn ich sage, dass Maiden seit der '92er-Album "Fear Of The Dark" kein richtiges Kracheralbum mehr zu Stande gebracht haben (diese Aussage bezieht sich nur auf Studioalben - nicht auf Live- oder Best Of-Scheiben). Die beiden Alben mit Blaze Bayley ("The X-Factor" und "Virtual XI") fielen bei den Fans ja gänzlich durch, bei "Brave New World" war zwar Bruce Dickinson wieder mit von der Partie, doch an alte Zeiten konnte auch dieses Album nicht anknüpfen, und "Dance Of Death" war irgendwie auch weder Fleisch noch Fisch. Iron Maiden standen also etwas unter Zugzwang. Zwar bestand nie die Gefahr, dass sich die Legende selbst demontiert (wie man das ja bei manchen Bands beobachten kann bzw. konnte), aber es hatte sich seitens der Medien und auch seitens der Fans ein sehr hoher Erwartungsdruck bezüglich des 14. Studioalbums aufgebaut, was sich auf Kreativprozesse nicht unbedingt immer förderlich auswirkt. Aber bei Legenden laufen eben ein paar Dinge anders als gewöhnlich, und so bringen Iron Maiden mit "A Matter Of Life And Death" ein wahres Meisterwerk an den Start.

"Different World" eröffnet das Album in gewohnter Maiden-Manier: Schnell, fetzig und mit absolutem Abgefaktor. Auch "These Colours Don't Run" klingt sehr Maiden-typisch und erinnert im Refrain ein bißchen an "The Wicker Man". "Brighter Than A Thousand Suns" ist ein richtiger Brocken. Das 8.44 Minuten lange Stück ist ungewohnt progressiv, klingt anfangs etwas arhythmisch und dadurch unbequem, schwingt sich aber dann zu einem richtigen Brett empor. "The Pilgrim" ist wieder ein Track im gewohnten Iron Maiden-Gewand mit sehr mystisch klingenden Gitarrenparts. Bei "The Longest Day" erleben wir Bruce Dickinson in Höchstform. Mal bedrohlich, mal episch - einfach klasse. Beim Gitarrenpart am Ende des Stücks schlägt dann die Gitarrenarmee, bestehend aus Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gers, voll zu. Es macht einfach Spaß eine Metal-Band mit drei zusammen harmonierenden Gitarreros zu hören. "Out Of The Shadows" geht fast als Ballade durch: Sehr gefühlvoll gesungene Strophen mit absolutem Gänsehautfaktor (auch ein Verdienst von Bruce Dickinson) wechseln sich mit einem rockigen Refrain ab. Hammer-Track!!! Es folgt das als Vorab-Single veröffentlichte "The Reincarnation Of Benjamin Breeg". Ein schweres, fast genau zwei Minuten langes Intro verleitet schon fast zum Weiterschalten, doch genau das sollte man nicht tun, denn danach prasselt ein wahrhaftes Gewitter auf den Zuhörer ein. Irgendwie klingt weder der Song, noch die Gitarren nach Iron Maiden, trotzdem ist ihre Handschrift deutlich zu erkennen. "For The Greater Good Of God" ist der längste Track auf "A Matter Of Life And Death" - ein wahres Epos, bei dem Dickinson ebenfalls glänzt. "Lord Of Light" schlägt in eine ähnlich epische Kerbe, bevor mit dem 9.20 Minuten langen "The Legacy" noch einmal ein richtiger Brocken auf den Zuhörer wartet, bei dem er richtig auf seine Kosten kommt: Ruhige Parts, schnelle Parts, Gitarrenduelle - alles dabei. Weltklasse.

"A Matter Of Life And Death" kann meineserachtens mit allen "großen" Maiden-Alben mithalten und ist für den Heavy Metal-Fan ein absoluter Pflichtkauf. Wer weiß? Vielleicht sind wir Zeitzeuge eines weiteren Meilensteins in der Iron Maiden-Geschichte geworden. Das Zeug dazu hat die Scheibe jedenfalls.

Euer

DJ Martinez

 


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