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Mai 2006:
Red Hot Chilli Peppers -
Stadium Arcadium

Ihre letzte Studio-Veröffentlichung "By The Way" liegt mittlerweile vier Jahre zurück. Es folgten 2003 ein Greatest Hits-Album und 2004 ein Live-Album. Kritische Stimmen vermuteten den Ausverkauf und man munkelte, dass sich die Red Hot Chilli Peppers in einem kreativen Loch befänden, dennoch aber abkassieren wollten - schließlich seien die Alben "Californication" und das angesprochene "By The Way" beinahe nicht zu toppen. Von diesen Aussagen unbeeindruckt schnappten sich die Chilli Peppers den Kult-Produzenten Rick Rubin, der schon ihr legendäres '91er Album "Blood Sugar Sex Magic" produziert und auch mit Künstlern wie Johnny Cash, AC/DC, Rage Against The Machine, System Of A Down, Audioslave, Beastie Boys, LL Cool J, Jay-Z, Slipknot, Shakira oder Neil Diamond zusammengearbeitet hatte, und zerrten ihn ins Studio. (Anmerkung: Derzeit werkelt Rick Rubin mit Metallica, Linkin Park und Justin Timerlake an jeweils einer neuen Scheibe).

Die Vorzeichen
fürs neue Album standen also denkbar gut, doch was die Red Hot Chilli Peppers mit "Stadium Arcadium" abliefern, hätten wohl die wenigsten erwartet. Von kreativem Loch kann keine Rede sein, da die Chilli Peppers ein Doppelalbum mit 28 (!!!) neuen Songs abliefern.

Die Vorabsingle "Dani California" zeigte schon, wohin der Weg führen sollte: Keine Experimente, stattdessen Red Hot Chilli Peppers-Sound at its best. Dennoch haben sich die vier Jungs merklich weiterentwickelt. Sänger Anthony Kiedis rappt, singt, schreit sogar (bei "Readymade", dem rockigsten Stück auf dem Album) und klingt besser, als je zuvor. Flea, der als einer der charismatischsten und besten Bassisten der Welt gilt, liefert bei "C'mon Girl", eine Wahnsinns-Bassline ab und John Frusciante, der auch schon mit diversen Solo-Alben überzeugt hat, zeigt, welche Klänge man einer Gitarre entlocken kann: Mal schwebend, mal verwirrend, mal melodisch, mal das volle Brett (*schulterklopf*). "Storm In A Teacup" erinnert sogar an bißchen an "Give It Away"...

Weitere Tracks möchte ich nicht hervorheben (das würde auch den Rahmen sprengen), stattdessen zu meinem Gesamteindruck: Die Red Hot Chilli Peppers liefern mit "Stadium Arcadium" (mal wieder) ein absolutes Meisterstück ab. PopRockFunkMetalCrossover-Nummern und ruhige Tracks wechseln sich ab. Langeweile kommt in keiner Sekunde auf. Wer mit "Californication" und "By The Way" auch nur ein bißchen was anfangen konnte, kann sich diese Scheibe bedenkenlos kaufen. Auch den RHCP-Fans der ersten Stunde dürfte dieses Album gefallen, wenngleich man einen Song in der Gewichtsklasse von "Under The Bridge" vergeblich sucht. Dennoch ist diese Scheibe (eigentlich sind es ja zwei ;-) ) ein heißer Anwärter auf das Album des Jahres 2006.

Euer

DJ Martinez


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