Februar 2007:
Gwen Stefanie -
The Sweet Escape
Nun ist es knapp zwölf Jahre her, dass sich die ehemalige Ska-Punk-Band No Doubt mit Ihrem Album "Tragic Kingdom" in die Riege der ganz Großen katapultiert. Die Hit-Single "Don't Speak" verkauft sich ca. 15 Millionen Mal weltweit, die Nachfolgesingle "Just A Girl" erzielt ähnliche Erfolge. Gwendolyn Renée Stefani (so ihr bürgerlicher Name) wird, nicht zuletzt wegen Ihrer Beziehung zum Bush-Frontmann Gavin Rossdale, den sie während einer gemeinsamen Tour kennenlernt und im Februar 2002 heiratet, ein begehrtes Objekt der Klatschpresse. Nach weiteren Alben mit No Doubt versucht sie im Jahr 2000 erstmalig sich außerhalb der Band in der Szene zu etablieren (als Führungsstimme bei Mobys "Southside"), und spätestens nach dem Erfolg von "Let Me Blow Your Mind" (zusammen mit Eve), das 2002 einen Grammy gewinnt, ist klar, dass Gwen Stefani sich auch in anderen Gefilden wohlfühlt, und solo über großes Potential verfügt.
Das erste Soloalbum "Love. Angel. Music. Baby." wird zum internationalen Erfolg und alle sechs (!!!) Auskopplungen erreichen hohe Chartplatzierungen. Nun liegt also der zweite Silberling "The Sweet Escape" vor und Kritiker unken schon, weil das Album nur die Überreste (um nicht zu sagen den Müll) aus den Writing-Sessions aus "L.A.M.B." enthalten soll. Dagegen spricht ganz klar, dass Gwen Stefani für die Produktion neben ihrem Bandkollegen Tony Kanal auch Rich Harrison (u.a. Mary J. Bilge, Kelly Rowland, Beyonce, Destiny's Child, Alicia Keys, Duran Duran, Jennifer Lopez, Missy Elliott, Tony Braxton, Pussycat Dolls...) und auch die legendären Neptunes (Busta Rhymes, Snoop Dogg, LL Cool J, Lil' Kim, Ludacris, Justin Timberlake, Limp Bizkit, NAS, TLC ...) verpflichten konnte. Liest man die Referenz-Liste der Produzenten, ist auch schnell klar, in welche Richtung sich das neue Album bewegt: Weg vom Sound von No Doubt, hin zum experimentellen RNB.
Alle dreizehn Tracks des Albums enthalten absolutes Hitpotential. Mal stark R'N'B'- bzw. HipHop-lastig ("Wind It Up", "Now That You Got It", "Breakin' Up", "Don't Get It Twistetd"), mal poppig ("The Sweet Escape", "Early Winter", "4 In The Morning", "Fluorescent"), mal experimentell ("Yummy" (mit Pharell Williams), "U Started It", "Orange County Girl" - wobei hier die Handschrift der Neptunes deutlich zu erkennen ist).
Obwohl viele Kritiker das Gegenteil behaupten, denke ich, dass sich "The Sweet Escape" mit seinem Vorgänger "Love. Angel. Music. Baby." durchaus messen kann. Zwar ist die Platte mit dem Sound von No Doubt-Sound nicht zu vergleichen, aber schließlich dienen Solo-Platten den Künstlern dazu, sich auch mal in andere Gefilde vorzuwagen, und das hat bei Gwen Stefani ziemlich gut geklappt.
Euer
DJ Martinez