August 2005: Tribuzy - Execution
Auf dieses Album war ich sehr gespannt, doch ehrlich gesagt nicht, weil ich mit dem Namen Tribuzy viel anfangen konnte, sondern weil für das Album sehr hochkarätige Gäste angekündigt waren. Die Liste der Musiker, die bei diesem Album mitgewirkt haben, liest sich wie das Who-Is-Who der europäischen Heavy-Metal-Szene: Bruce Dickinson (Iron Maiden), Roland Grapow (Masterplan, Ex-Helloween), Dennis Ward (Pink Cream 69), Kiko Loureiro (Angra), Ralf Scheepers (Primal Fear, Ex-Gamma Ray), Matt Sinner (Sinner, Primal Fear), Roy Z (Halford), Chris Dale (Balance Of Power) und Michael Kiske (Ex-Helloween), der zu meinen persönlichen All-Time-Favourites zählt. Wer ein solches Gastaufgebot auf einem Album zu bieten hat, kann in Heavy-Kreisen kein unbeschriebenes Blatt sein. Zwar ist die Band um den Frontmann Renato Tribuzy in Europa nicht sonderlich bekannt, doch zählen sie in Südamerika zu den ganz Großen. Kein Wunder, denn die Band stammt aus Brasilien. Dennoch klingen Tribuzy sehr nach "europäischem Powermetal" zwischen Iron Maiden und Helloween - vom Härtegrad am ehesten mit Brainstorm zu vergleichen.
Der erste Song des Albums ist gleichzeitig der Titeltrack des Albums "Execution", und der kracht gleich ordentlich los. Doublebass-Attacken und krachende Riffs, dazu die helle Stimme von Kiko Loureiro verleiten zum Kopfschütteln. Unterbrochen wird das ganze durch eine ruhige Passage, die mich irgendwie an "Master Of Puppets" von Metallica erinnert und dem Track schon fast etwas episches verleiht. Klasse. Weiter geht's gleich mit "Forgotten Time", ebenfalls ein volles Brett, das ein bißchen an Bruce Dickinson solo erinnert. Auch beim dritten Track "The Attempt" schaltet der Fünfer keinen Gang zurück, sondern feuert dem Hörer die Riffs weiter um die Ohren. Bei "Divine Disgrace" werden erstmals (zumindest kurz) sanftere Töne angeschlagen, bevor auch hier wieder fetter, melodischer Gitarrensound durch die Boxen schallt. Track fünf ist der erste, auf dem nicht Gastsänger Kiko Loureiro zu hören ist, sondern Tibuzy selbst im Duett mit dem legendären Ex-Helloween-Sänger Michael Kiske, der dem Heavy-Metal eigentlich den Rücken kehren wollte, und Roland Grapow an der Gitarre. "Absolution" beginnt zunächst sehr ruhig, schwingt sich aber nach knapp einer Minute zu einem absoluten Brecher empor. Ein Drum- und Riffgewitter prasselt auf die Ohren ein, dazu Michael Kiske, der wie in alten Helloween-Zeiten mit seiner unverwechselbaren und einzigartigen Stimme dem Zuhörer eine Gänsehaut über den Rücken jagt. WELTKLASSE!! Es folgt "Web Of Life", in dem Kiko Loureiro ebenfalls zur absoluten Hochform aufläuft. Ebenfalls ein saustarker Titel. Bei "Nature Of Evil" handelt es sich um eine Sinner-Coverversion, bei der Matt Sinner selbst Hand anlegt und auch Roland Grapow und Ralf Scheepers mit von der Partie sind. Allerdings hat sich, abgesehen von Scheepers Stimme, nicht viel an dem Song geändert. Dennoch passt er zu den anderen Tracks auf "Execution". Mit "Lake Of Sins" folgt wieder ein etwas aggressiverer Track, bevor sich dann bei "Beast In The Light" (Song Nr. 9) die Heavy-Metal-Legende Bruce Dickinson mit Kiko Loureiro ein gesangliches Duell liefert, das absolut rockt. Beim abschließenden "Aggressive" ist der Name Programm und Tribuzy hauen noch einmal richtig auf die Kacke.
Ich denke, "Execution" gehört mit Sicherheit zu den stärksten Metal-Alben des Jahres. Zwar lehnt es sich, wie schon erwähnt, an dem klassischen 80er-Jahre-Power-Metal an, klingt aber dennoch zeitgemäß und frisch und keinesfalls kopiert. Jeder einzelne Song überzeugt durch Spielfreude, Energie und absoluten Abgehfaktor. Dazu noch diese hochkarätigen Gastmusiker - das alles bringt mich zu dem Schluss, dass das Album für Metal-Heads ein absoluter Pflichtkauf ist.
Euer
DJ Martinez