WEBCounter by GOWEB

Mai 2009:
Green Day - 21st Century Breakdown

Billie Joe Armstrong, Tré Cool und Mike Dirnt - das sind die Protagonisten von Green Day. Im Zuge des Punk-Revivals in den 90er Jahren gelingt ihnen mit ihrem dritten Album "Dookie", das unter anderem die Singles "Basket Case" und "When I Come Around" enthält, ihr erster großer Wurf. Das Album verkauft sich weltweit ca. 11 Millionen mal und zählt zu den wichtigsten Alben der Neo-Punk-Bewegung. Nach weiteren Veröffentlichungen ("Insomniac"- 1995, "nimrod." - 1997, "Warning" - 2000) veröffentlichen Green Day 2004 "American Idiot", eine Punk-Rock-Oper im Stile von "Quadrophenia" von The Who. Spätestens mit diesem Album zeigt die Band, welche Songwriterqualitäten in ihr stecken. Green Day spielen längst nicht mehr den 2-Minuten-3-Akkorde-Punk aus alten Tagen. Stattdessen sind die Songs komplexer, mit vielen Themen- und Tempowechseln. Trotzdem versprüht das Album Spielfreude, Spaß und Partylaune. Doch nicht "American Idiot", sondern sein Nachfolger "21st Century Breakdown" ist Thema dieser Rezension, also schreiten wir zur Tat.

Betrachtet man die Rückseite der Platte, so bemerkt man, dass es - wie ein Theaterstück - in drei Akte aufgeteilt ist. Das riecht natürlich sehr stark nach Konzeptalbum. Jeder Akt trägt eine eigene Überschrift - ähnlich wie bei einem Buchkapitel. Diese lauten "Heroes And Cons", "Charlatans And Saints" und "Horseshoes And Handgrenades". In Kombination mit dem Albumtitel wird schnell klar, was der rote Faden des Albums ist: Green Day beschäftigen sich mit den Charakteren und Themen der Gesellschaft. Das alles ist verpackt in der Geschichte von Christian und Gloria, die in einer heruntergekommen Industriestadt aufwachsen. Insofern sind inhaltliche Parallelen zum Vorgänger, in dem die Band nach eigenen Aussagen eine "radikale Zeitanalyse der amerikanischen Gesellschaft" durchführt, nicht von der Hand zu weisen.

Zur Musik: Das Album startet mit einem - meines Erachtens - mittelmäßigen Intro, das den Titel "Song Of The Century" trägt. Es folgt der Titeltrack "21st Century Breakdown". Zwar ist der Song als eigentlicher Opener des Albums für meinen Geschmack anfangs etwas zu poppig ausgefallen, jedoch schwingt er sich nach zwei Minuten zu einem typischen Green Day-Kracher empor. Es folgt "Know Your Enemy", die erste Singleveröffentlichung aus dem Album. Radiotauglich (Anmerkung: Dieser Ausdruck ist an dieser Stelle absolut wertungsfrei zu verstehen, ehrlich!) und spaßig. Das schwungvolle "Viva La Gloria" ist dann das erste richtige Highlight des Albums. "Before The Lobotomy" glänzt durch das starke Songwriting. Bei "Christian's Inferno" tritt das US-Trio das Gaspedal voll durch - der Song geht dermaßen ab und schimpft sich zu Recht "Inferno". "Last Night On Earth" schließt dann das erste Kapitel sehr ruhig ab. Kapitel zwei startet mit "East Jesus Nowhere". Ein sehr wuchtiger Song mit starkem Refrain. "Peacemaker" passt - meines Erachtens - vom Sound her, sehr gut in einen Road-Movie - zwar kommen hier vermehrt Akkustikgitarren zum Einsatz, trotzdem ist der Song schwungvoll und schnell. "Last Of The American Girls" zeigt Einflüsse aus den 70ern, bewegt sich aber dennoch im gewohnten Green Day-Soundgewand. "Murder City" ist dann wieder eine richtige Uptempo-Nummer, die vor der Bühne absoluten Pogo-Alarm auslösen dürfte. "? Viva La Gloria ? (Little Girl)" erinnert mich irgendwie an "Mama" von My Chemical Romance, allerdings wirkt der Song ein bißchen nachdenklicher. Es folgt mit "Restless Heart Syndrome" eine Ballade im Stile von "Boulevard Of Broken Dreams". Diese schließt das zweite Kapitel "Charlatans And Saints" ab. Das dritte Kapitel trägt den gleichen Titel wie sein fullminanter Opener: "Horseshoes And Handgrenades". ´Mittlerweile sind wir bei Track 15 angekommen. "The Static Age" trägt absolutes Hitpotential mit einem Refrain, der sofort ins Ohr geht und gute Laune versprüht. "21 Guns" ist wiederum eine Ballade - meines Erachtens die schönste auf dem Album, wobei hier nicht der Refrain, sondern das Strophenthema hervorzuheben ist. "American Eulogy" startet mit dem Intro des Albums und ist in zwei Teile unterteilt - das schräge "Mass Hysteria" als Teil A, sowie das schnelle "Modern World" als B-Teil. Track 18 "See The Light" schließt das Album ab. Interessanterweise hat der Song den gleichen Anfang, wie der Opener "21st Century Breakdown", entwickelt sich dann aber zu einem komplett eigenständigten Song. Auf alle Fälle eine interessante Variante ein Album abzuschließen.

Eigentlich wollte ich nicht mehr jeden einzelnen Song kommentieren, aber
bei einem derart runden Album wollte ich keinen Titel "ausgrenzen". Green Day haben sich mit "21st Century Breakdown" nicht selbst neu erfunden, was ihnen Kritiker sicher negativ anrechnen werden. Aber sie haben es geschafft, einen äußerst würdigen Nachfolger zum Überalbum"American Idiot" zu produzieren. "21st Century Breakdown" ist - wie schon erwähnt - ein absolut rundes Album mit Klasse Songs. Von fünf möglichen Sternen würde ich vier Sterne vergeben.

Euer

DJ Martinez


Kontakt / Impressum - webdesign (c)2005-2011 by dynamitec