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Juli 2009:
Silverlane - My Inner Demon

Ich gebe zu, dass ich bei Rock am Härtsfeldsee am frühen Freitagabend nicht sonderlich viel erwartet habe, als Silverlane die Bühne betraten, hatte ich von dieser Band im Vorfeld auch noch nicht sonderlich viel gehört, außer dass sie im Vorprogramm von Lordi bei deren letzten Deutschland-Tour aufgetreten sind. "Einer spielt anscheinend bei Subway To Sally", so ein Konzertbesucher in meiner unmittelbaren Nähe. "Hmm", dachte ich mir, "wie die dann wohl klingen mögen?" Die beiden Infos (Lordi/Subway To Sally) ließen zwar Vermutungen zu, führten mich aber auf eine gänzlich falsche Fährte. Vor der Bühne war nicht viel los, als sechs sehr sympatische junge Leute die Bühne betraten. Unüberhörbar kamen die fünf Herren und das Mädel aus dem Frankenland und zündeten im Festzelt in Dischingen ein wahres Power-Metal-Feuerwerk an. Schnell scharten sich immer mehr Metalheads um die Bühne, und die Stimmung im Publikum steigerte sich mit jedem Song. Nach dem Festival kam ich zu dem Schluss, dass der Auftritt von Silverlane eines meiner persönlichen Festival-Highlights war. Selbstverständlich hab ich mir einen Tonträger am Merch besorgt und natürlich auch von den Protagonisten signieren lassen. Der Tonträger hielt sich dermaßen hartnäckig in meinen CD-Spielern, dass kein Weg daran vorbeiführt, ihn hier vorzustellen.

"My Inner Demon" heißt das Teil und ist gleichzeitig das offizielle Debut von Silverlane, das dieses Jahr im Februar veröffentlicht wurde. Laut eigener Aussage leben Silverlane Power-Metal der "Tradition Edguy bzw. Avantasia, Kamelot und Gamma Ray" aus. Diesen Hinweis aber nur als kleine Hilfe zur besseren Einordung. Denn Silverlane klingen keineswegs wie eine Kopie irgendeiner etablierten Power-Metal-Band. Silverlane haben ihren eigenen Stil - frisch, energiegeladen, innovativ, mit viel Liebe zum Detail, aber dennoch immer melodisch. Dabei sei noch gesagt, dass ich Ecki Singer für einen deutlich begabteren Sänger als Tobi Sammet halte - sorry, liebe Edguy-Fans :-).

Bevor ich mich zu einzelnen Songs äußere, muss ich voranstellen, dass "My Inner Demon" meines Erachtens keinen einzigen schwachen Song aufweist. Im Gegenteil, jeder Track für sich ist ein Kaliber. Los geht's mit dem Opener "Wings Of Eternity", der mich - warum auch immer - an "Eagle Fly Free" von Helloween erinnert. Womöglich liegt das an seiner Unbeschwertheit, am Tempo und daran, dass im Refrain ebenfalls das Wort "fly" vorkommt ;-). Weiter geht's mit "Miracle", ebenfalls ein absolut starker Song. Es folgt "Flight Of Icarus" (ACHTUNG: Hier handelt es sich NICHT um ein Iron Maiden Cover), der meines Erachtens eine absolute Metal Hymne darstellt, was auch die Metalheads am Härtsfeldsee so sahen :-). Ein Highlight jagt das nächste, so versteckt sich "Taste Of Sin" nicht vor seinen Vorgängern. Der Titeltrack "My Inner Demon" ist gleichzeitig der längste und meines Erachtens auch der anspruchsvollste Song auf dem gleichnamigen Album, der beweist, dass ein bestimmter musikalischer Anspruch nicht unbedingt zu lasten der Eingängigkeit des Songs gehen muss. Natürlich dürfen auch Balladen nicht fehlen und so schlägt "Tears Of Pain" ruhigere Töne an. Das 58 Sekunden lange Instrumental "In The Desert" leitet das düstere "Kingdom Of Sand" ein, bevor "Full Moon" die Zügel wieder anzieht und vor Melodiösität nur so strotzt. "Serenade Of Wind", ebenfalls ein Instrumental dient quasi als Intro für das epische "The Dark Storm". Zeitweise erinnert Ecki Singer hier etwas an den guten alten Bruce Dickinson. "Slowly" beschließt das Album gänzlich ohne Gitarren und Drums, stattdessen mit Klavier und Streichern, was "My Inner Demon" absolut würdig abrundet.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mich künftig beim Tipp des Monats etwas kürzer zu fassen, aber ein derart gelungenes Album kann und darf man nicht mit ein paar wenigen netten Sätzen abtun. Bestnote für Silverlane und "My Inner Demon".


Euer

DJ Martinez


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